Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch: Womit machen Sie das sauber? Die ehrliche Antwort lautet meistens, dass es darauf ankommt – und zwar auf drei Dinge: was für ein Belag entfernt werden soll, worauf er sitzt, und was danach mit der Fläche passiert.
Wer das falsche Verfahren wählt, bekommt im harmlosen Fall ein mäßiges Ergebnis. Im unangenehmen Fall ist die Oberfläche beschädigt, Wasser steht in der Elektrik oder der gelöste Schmutz ist dorthin gewandert, wo er vorher nicht war.
Hochdruckreinigung
Wasser mit hohem Druck löst mechanisch, was fest anhaftet. Das Verfahren ist unschlagbar bei großen Flächen, robusten Oberflächen und dicken Verkrustungen: Hallenböden, Außenanlagen, Stahlkonstruktionen, Maschinengestelle.
Seine Grenzen liegen dort, wo Wasser ein Problem ist. In der Nähe von Schaltschränken, Motoren und Sensorik, auf lackierten Flächen, die nicht beschädigt werden dürfen, und überall, wo das Abwasser nicht kontrolliert aufgefangen werden kann. Dazu kommt: Der gelöste Schmutz muss irgendwohin – diese Frage sollte vor dem Einsatz geklärt sein, nicht danach.
Heißdampf
Dampf arbeitet mit Temperatur statt mit Druck und kommt mit sehr wenig Wasser aus. Das macht ihn stark bei Fett und Öl, in hygienisch sensiblen Bereichen und überall dort, wo es trocken bleiben soll. Lebensmittelbetriebe, Lackierkabinen, Küchen und Abluftkanäle sind typische Einsatzfälle.
Dampf löst zuverlässig, trägt aber kaum ab. Gegen dicke, verkrustete Schichten kommt er nicht an, und große Flächen dauern. Er ist das Verfahren für anspruchsvolle statt für massive Verschmutzung.
Trockeneisstrahlen
CO₂-Pellets treffen die Oberfläche, der Belag wird schlagartig spröde und löst sich – das Eis sublimiert dabei. Es bleibt kein Strahlmittel übrig, nur der abgelöste Schmutz. Genau deshalb ist das Verfahren erste Wahl an Elektrik, Steuerungen, Antrieben und Formen, die nicht demontiert werden können.
Der Preis dafür: Es ist aufwendiger, lauter und teurer als Hochdruck, und bei sehr harten, mineralischen Verkrustungen stößt es an Grenzen. Mehr dazu im Beitrag zur Trockeneisreinigung.
Strahlen mit festem Strahlmittel
Sand, Korund oder Glasperlen tragen die Oberfläche ab. Das ist das Mittel der Wahl, wenn Rost, alte Beschichtungen oder Zunder herunter müssen und die Fläche anschließend neu beschichtet wird. Das Ergebnis ist kein gereinigtes, sondern ein neu angelegtes Oberflächenprofil.
Dafür ist es das invasivste Verfahren: Es verändert die Oberfläche unwiderruflich, erzeugt erhebliche Staubmengen und hinterlässt Strahlmittel, das aufgenommen und entsorgt werden muss. Der Arbeitsschutz ist entsprechend aufwendig.
Die drei Fragen vor jeder Entscheidung: Verträgt die Oberfläche Wasser? Darf sie verändert werden oder muss sie bleiben, wie sie ist? Und wohin geht der gelöste Schmutz? Wer diese drei beantwortet, hat die Verfahrenswahl meist schon getroffen.
Der Arbeitsschutz entscheidet mit
Welches Verfahren praktikabel ist, hängt nicht nur von der Oberfläche ab, sondern auch davon, was es für die Menschen ringsum bedeutet. Hochdruck erzeugt Aerosole, Strahlen erzeugt Staub, Trockeneis erzeugt Lärm und CO₂ – letzteres ist schwerer als Luft und sammelt sich in Gruben und Kellern.
In engen oder schlecht belüfteten Bereichen fällt deshalb manches Verfahren von vornherein aus, so gut es technisch auch passen würde. Wer in einem Behälter arbeitet, hat ohnehin eigene Regeln zu beachten – das ist ein Thema für sich.
In der Praxis selten nur eines
Bei einer typischen Maschinenreinigung kommen oft drei Verfahren in einem Einsatz zusammen: das Gestell mit Hochdruck, die Verkleidungen und der Arbeitsraum mit Dampf, Steuerung und Antriebe trocken mit Trockeneis. Entscheidend ist die Reihenfolge – wer mit dem nassen Verfahren beginnt und danach trocken arbeitet, kann von vorn anfangen.
Deshalb gehört vor jeden größeren Einsatz eine Besichtigung. Fotos helfen für eine erste Einschätzung, ersetzen aber nicht den Blick auf Zugänglichkeit, Untergrund und die Frage, was in der Nähe steht. CIX-Service sieht sich das Objekt im Rahmen der Industriereinigung kostenlos an und schlägt das Verfahren vor, das zum Fall passt.
Unsicher, welches Verfahren passt?
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