In produzierenden Betrieben – ob Metallverarbeitung, Maschinenbau oder Automobilzulieferer – kommen täglich Kühlschmierstoffe (KSS) zum Einsatz. Sie kühlen, schmieren und schützen Werkzeuge und Werkstücke bei der zerspanenden Fertigung. Doch was passiert, wenn diese Flüssigkeiten nicht regelmäßig überwacht und gepflegt werden? Die Antwort: Maschinenausfälle, gesundheitliche Risiken für Mitarbeiter und teure Bußgelder.
Genau hier setzt professionelles Fluidmanagement an. In diesem Artikel erklären wir, was Fluidmanagement bedeutet, welche gesetzlichen Anforderungen gelten und warum es sich für jeden Betrieb lohnt.
Was sind Kühlschmierstoffe (KSS)?
Kühlschmierstoffe sind Flüssigkeiten, die bei der mechanischen Bearbeitung von Metallen eingesetzt werden. Sie erfüllen gleichzeitig mehrere Funktionen:
- Kühlung: Sie leiten die entstehende Wärme ab und schützen Werkzeug und Werkstück vor Überhitzung.
- Schmierung: Sie reduzieren die Reibung zwischen Werkzeug und Material, was die Standzeit der Werkzeuge verlängert.
- Reinigung: Sie spülen Späne und Schmutzpartikel aus der Bearbeitungszone.
- Korrosionsschutz: Sie schützen Maschinen und Werkstücke vor Rost und Oxidation.
KSS werden als wässrige Emulsionen (Konzentrat + Wasser) oder als Reinöle eingesetzt. Besonders wässrige KSS sind anfällig für Verunreinigungen durch Bakterien, Pilze und Fremdöle – weshalb regelmäßige Kontrolle unerlässlich ist.
Was bedeutet Fluidmanagement?
Fluidmanagement bezeichnet die systematische Überwachung, Pflege und Dokumentation von Kühlschmierstoffen im Betrieb. Dazu gehören:
- Regelmäßige Messung von pH-Wert, Nitritgehalt, Konzentration und Keimbelastung
- Füllstandskontrolle und gezieltes Nachfüllen auf Sollwert
- Stellmittelzugaben oder KSS-Teilaustausch bei Bedarf
- Lückenlose Dokumentation aller Messwerte je Maschine
- Komplettwechsel bei stark verfallenem KSS
Praxistipp: Ein pH-Wert unter 8,0 deutet auf bakterielle Belastung hin. Ein erhöhter Nitritwert kann auf gesundheitsschädliche Reaktionsprodukte hinweisen. Beide Werte sollten wöchentlich gemessen werden.
Welche Normen gelten für Fluidmanagement?
In Deutschland ist der Umgang mit Kühlschmierstoffen gesetzlich geregelt. Die wichtigsten Regelwerke sind:
TRGS 611 – Verwendungsbeschränkungen für wassermischbare Kühlschmierstoffe
Die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 611 legt fest, wie KSS einzusetzen, zu überwachen und zu dokumentieren sind. Sie definiert Grenzwerte für Nitrite, pH-Wert und Keimzahl und verpflichtet Betriebe zur regelmäßigen Messung und Aufzeichnung.
BGR/GUV-R 143 – Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen
Diese Regel der Berufsgenossenschaften ergänzt die TRGS 611 und beschreibt konkrete Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter, die mit KSS in Kontakt kommen – von der persönlichen Schutzausrüstung bis zur Unterweisung.
Wichtig: Betriebe, die diese Normen nicht einhalten, riskieren Bußgelder bei Betriebsprüfungen durch Gewerbeaufsichtsamt oder Berufsgenossenschaft. Die Dokumentation muss jederzeit abrufbar sein.
Warum lohnt sich professionelles Fluidmanagement?
Viele Betriebe unterschätzen die Kosten durch schlechtes Fluidmanagement. Dabei sind die Einsparpotenziale erheblich:
- Längere Werkzeugstandzeiten: Optimal gepflegter KSS reduziert Werkzeugverschleiß deutlich.
- Weniger Maschinenausfälle: Verkeimter KSS verursacht Korrosion und Ablagerungen in Kühlkreisläufen.
- Gesündere Mitarbeiter: Schlechter KSS kann Hauterkrankungen und Atemwegsreizungen verursachen – und damit Krankenstandstage und Haftungsrisiken erhöhen.
- Rechtssicherheit: Vollständige Dokumentation schützt bei Audits und Betriebsprüfungen.
Wie macht CIX-Service Fluidmanagement?
CIX-Service hat ein eigenes digitales Fluidmanagement-System entwickelt. Unsere Techniker kommen wöchentlich in den Betrieb, messen alle relevanten Werte an jeder Maschine und erfassen diese digital. Die Daten sind in Echtzeit über das CIX-System abrufbar – kein Zettelchaos, keine lückenhaften Aufzeichnungen.
Bei kritischen Werten reagieren wir sofort: Stellmittelzugabe, Teilaustausch oder Komplettwechsel – je nach Befund. Alle Maßnahmen werden dokumentiert und an der Maschine angebracht.
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